Reichen Sie keine KI-Ausgabe ein, ohne jedes Wort gelesen zu haben
Anwälte sind persönlich verantwortlich für jedes Wort, das sie bei Gericht einreichen. KI-generierter Text kann erfundene Zitate, halluzinierte Rechtsprechung und selbstbewusst klingenden Unsinn enthalten.
Risiko
Berufsrechtliche Sanktionen, Haftung für Kunstfehler, Klageabweisung, richterliche Überweisung an Disziplinarorgane
Praxisbeispiel
In Mata v. Avianca, Inc. (S.D.N.Y. 2023) reichten die Anwälte Steven Schwartz und Peter LoDuca einen Schriftsatz mit sechs vollständig erfundenen Rechtsprechungszitaten ein, die von ChatGPT generiert wurden. Als die Gegenseite und Richter P. Kevin Castel die Fälle nicht finden konnten, verdoppelten die Anwälte ihren Einsatz -- sie baten ChatGPT zu bestätigen, dass die Fälle existieren. Richter Castel verhängte eine Geldstrafe von 5.000 $ gegen jeden Anwalt, da sie bösgläubig gehandelt hatten, indem sie die KI-Ausgabe nicht überprüften. Der Fall wurde zu einem weltweiten Warnbeispiel.
Abhilfe
Lesen Sie jedes Wort der KI-generierten Ausgabe. Überprüfen Sie jedes Zitat anhand von Primärquellen -- Westlaw, LexisNexis oder offiziellen Gerichtsdatenbanken. Behandeln Sie KI-Ausgaben als ungeprüften Erstentwurf eines unzuverlässigen Praktikanten, nicht als fertiges Arbeitsprodukt.
Ich verstehe das schon -- der ganze Sinn von KI ist, Zeit zu sparen. Aber 'Zeit sparen', indem man erfundene Fälle einreicht, ist wie 'Geld sparen', indem man seine Berufshaftpflichtversicherung nicht zahlt. Sie würden keinen Schriftsatz einreichen, den Ihr Referendar geschrieben hat, ohne ihn zu lesen. Sie sollten definitiv keinen einreichen, den Ihr Roboter geschrieben hat, ohne ihn zu lesen. Die KI hat keine Zulassung, die sie verlieren kann. Sie schon.
-- Lawra
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